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12.11.2019 - 21:36:37 | Sie befinden sich hier: Bücher / Wilhelm Wundt (1832 1920) Gesamtwerk / 


 

Jochen Fahrenberg

Wilhelm Wundt (1832-1920) Gesamtwerk

Fahrenberg, J. (2018) e-book (open access) zum Download

 

Wundts Konzeption der Psychologie entstand während einer jahrzehntelangen Forschung und Lehrtätigkeit, die ihn von der Neurophysiologie zur Psychologie und Philosophie führt. Er hat damit einen theoretischen Horizont geschaffen wie kein späterer Psychologe.

 

Sinnespsychologie, Neuropsychologie,

Psychophysiologie, Tierpsychologie,

Allgemeine Psychologie,

Kulturpsychologie, Ethik,

Erkenntnistheorie und Methodologie, Philosophie

 

Die Allgemeine Psychologie und die Kulturpsychologie („Völkerpsychologie“) haben eine gemeinsame Basis in Wundts Prozesstheorie psychischer Verbindungen: der Apperzeptionstheorie. Wundt hat auch die erste genuine Wissenschaftstheorie der Psychologie entwickelt. Dazu gehört eine vielseitige Methodik, gleichermaßen eine Kompetenz für das experimentelle und das interpretative Verfahren.

Wenn zeitweilig im Hauptstrom der Psychologie einseitige Auffassungen anziehend sind – Kognitivismus oder neurowissenschaftlicher Reduktionismus, die narrative Wende oder Computer-gestützte Modellierungen, die qualitative Psychologie, die phänomenologische Orientierung, die Psychoanalyse oder die gesellschaftskritische Neue Psychologie – ist es angebracht, an den theoretischen Horizont des Gründers der Psychologie als Disziplin zu erinnern. Er versuchte, geisteswissenschaftliche und naturwissenschaftliche Forschungsrichtungen zu verbinden – in einem souveränen Umgang mit den kategorial grundverschiedenen Betrachtungsweisen des Zusammen-gehörigen. Hier argumentierte er bereits in der Gründungsphase der Psychologie auf einem hohen Anspruchsniveau metawissenschaftlicher Reflexion, und dieses An-regungspotenzial ist bei weitem nicht ausgeschöpft.  

Attraktiv geblieben ist Wundt wegen der von ihm angestrebten Einheitlichkeit der Wissenschaftskonzeption, denn es mangelt heute an anspruchsvolleren Diskussionen über den bestehenden Pluralismus der Richtungen und über koordinierte Strategien. Dazu gehören die kritische philosophische Reflexion der eigenen Voraussetzungen, die Fähigkeit und die Bereitschaft zu einem systematischen Perspektivenwechsel, gerade in der Psychologie, in der Forschung, im Studium und in der beruflichen Praxis.